Chile
Was ist typisch für Chile?
Was fällt dir ein, was typisch ist für Chile? Vielleicht denkst du an Südamerika oder dass das Land sehr, sehr lang ist - das längste Land auf der Erde! Man kann aber auch an die Geschichte denken, zum Beispiel an die Zeit von Salvador Allende. Oder an typisches Essen aus Chile.
Aber auch die Kultur hat ihre Besonderheiten. Es gibt auch berühmte Schriftsteller wie Pablo Neruda oder Isabell Allende (→ Bekannte Chilenen). Und dann ist auch noch das typisch chilenisch:
Cueca: Tanz in Chile
Musik und Tanz sind den Menschen in Chile wie in ganz Lateinamerika sehr wichtig. Ein Tanz namens Cueca wurde zum Nationaltanz ernannt. Der Mann und die Frau tragen beim Tanzen ein Taschentuch in der rechten Hand. Sie tanzen aufeinander zu und umeinander herum.
In der Zeit der Militärdiktatur (1973-1990) war die Cueca auch Ausdruck des Protestes: Frauen, die ihre Verwandten suchten, tanzten die Cueca allein und stumm und hatten sich die Fotos der Vermissten an die Brust geheftet. Alle Kinder lernen übrigens Cueca in der Schule!
Huaso und chilenisches Rodeo
Der Huaso (sprich: U-asso) ist der chilenische Cowboy. Es ist also ein Landarbeiter und Reiter. Der Huaso trägt spezielle Reiterkleidung. Dazu gehören der Strohhut Chupalla und ein Poncho. Huasos arbeiten vor allem im Zentraltal von Chile. Bei Paraden und Festen treten häufig Huasos auf. Beim Rodeo müssen zwei Huasos mehrere Rinder mit ihren Pferden einfangen.
Das chilenische Rodeo ist der Nationalsport Chiles. Beliebte Sportarten bei Zuschauern sind aber auch Fußball und Tennis. Bei wichtigen Fußballspielen bekommen Chilenen sogar arbeitsfrei.
Rayuela
Als Nationalspiel gilt in Chile Rayuela. Das ist ein Wurfspiel, bei dem man ein weißes Band treffen muss, das über die Hälfte eines leicht geneigten Spielfeldes gelegt wird. Geworfen wird ein spezielles Wurfgerät namens Tejo. Üblicherweise treten zwei Mannschaften gegeneinander an.
Feiern in Chile: Karneval und Weihnachten
Besonders aufwendig feiert man in Chile Karneval. Das ist typisch für ganz Lateinamerika. In der Stadt Arica ganz im Norden Chiles wird gleich drei Tage lang der Andenkarneval mit Musik, Umzügen und Tanz gefeiert.
Zu Weihnachten werden in Chile die Straßen und Häuser geschmückt, doch der Heilige Abend ist ein Tag wie jeder andere, nur isst man abends gemeinsam. Es gibt dann auch nur einen Feiertag, den 25. Dezember. Größer wird Silvester gefeiert, aber noch mehr die Fiestas Patrias.
Nationalfeiertag in Chile
Am 18. und 19. September feiert man in Chile die Fiestas Patrias. Der 18. September ist der Nationalfeiertag von Chile. Es ist der Tag der Regierungsjunta von 1810 (mit der der chilenische Unabhängigkeitskampf begann). Der 19. September ist der Tag des Heeres, an dem alljährlich eine große Militärparade abgehalten wird.
Außerdem feiert man ausgelassen, isst nationale Spezialitäten und begeht alte Traditionen wie den Cueca-Tanz, Rodeo oder Rayuela. In den Straßen trifft man sich in sogenannten Fondas, wo getanzt, gegrillt, gegessen und gespielt wird.
Inti-Illimani
Inti-Illimani ist eine Band aus Chile. Sie wurde schon 1967 gegründet. Der Bandname setzt sich aus dem Quechua-Wort für Sonne (Illi) und dem Aymara-Wort für Goldener Adler (Illimani) zusammen, also aus zwei in Chile gesprochenen Sprachen der indigenen Bevölkerung.
Inti-Illimani stehen in der Tradition einer neuen Folkore-Bewegung, die in den 1960er Jahren viele Länder in Lateinamerika erfasste. Man wollte politische Lieder machen und nannte diese Neue Lieder (Nueva Canción). In der Zeit der Militärdiktatur in Chile ging die Band ins Exil und wurde auch in Europa sehr bekannt.

