Venezuela
Welche Sprache spricht man in Venezuela?
Spanisch ist die Amtssprache in Venezuela. 95 Prozent der Einwohner sprechen Spanisch als Muttersprache. Das Spanisch, das in Venezuela gesprochen wird, unterscheidet sich jedoch von dem Spanisch in Spanien.
Was sind Voseo, Seseo und Yeísmo?
Voseo - man sagt vos statt tu für "du" – wird in Venezuela nur im Nordwesten gesprochen. In manchen Teilen des Landes sagt man auch usted für tu. Typisch überall ist der Seseo (c vor e und i wird wie s gesprochen, nicht wie das englische th).
Typisch ist auch, dass das g (vor e und i) und das j, die im Spanischen wie das ch in "ach" gesprochen werden, in Venezuela eher gehaucht werden. Und während man im Spanischen ein Doppel-l (wie in llamar) als lj ausspricht, spricht man es in Venezuela nur als j. Das nennt man übrigens Yeísmo.
Typisch ist in Venezuela auch, dass man Endungen weglässt (zum Beispiel sagt man pa statt para). Ein d in der Mitte eines Wortes wird oft weggelassen: Helado (Eis) wird dann wie ela-o gesprochen.
Als Verkleinerungsform benutzt man in Venezuela -ico statt –ito, wenn die letzte Silbe ein t enthält, also wird rata (die Ratte) zu ratica (die kleine Ratte, das "Rättchen").
Einfluss auf das venezolanische Spanisch hatten aber auch die indigenen Sprachen sowie Englisch, Italienisch und Portugiesisch. Aus diesen Sprachen kommen viele Lehnwörter.
Indigene Sprachen in Venezuela
Von den indigenen Völkern sprechen viele ebenfalls noch ihre eigenen Sprachen. Insgesamt gibt es in Venezuela noch 31 indigene Sprachen.
Die meisten Sprecher hat das Wayúu, das das gleichnamige Volk spricht. Sie wird auf der Guajira-Halbinsel und am Maracaíbo-See gesprochen.
Warao und Pemón werden ebenfalls von den gleichnamigen Völkern gesprochen. Warao wird im Nordosten des Landes gesprochen, Pemón im Südosten - eben dort, wo die entsprechenden Volksgruppen leben. Die Yanomami haben sogar fünf Sprachen! Sie leben im Süden an der Grenze zu Brasilien.
Siehe auch: Alltag in Venezuela!