Vietnam
Ho Chi Minh ruft Vietnam zum Staat aus
Noch unter der Besatzung durch Japan kam es zur Gründung eines vietnamesischen Staates, der allerdings von einem Kaiser geführt wurde. Dieser wurde dann nach dem Zweiten Weltkrieg und der Kapitulation der Japaner abgesetzt. Ho Chi Minh konnte seine Demokratische Republik Vietnam ausrufen. So wollte er erreichen, dass Vietnam endlich als eigener Staat existieren und vom eigenen Volk regiert werden konnte. Nach jahrelanger Unterdrückung sollten das vietnamesische Volk als gleichwertig und eigenständig anerkannt werden.
Ho Chi Minh berief sich dabei auch auf die Unabhängigkeitserklärung der USA, in der es heißt: "All men are born equal: the Creator has given us inviolable rights, life, liberty, and happiness!" Das bedeutet: "Alle Menschen sind gleich geboren, der Schöpfer hat uns unverletzlichen Rechte gegeben; Leben, Freiheit und Glück!"
Doch das gefiel nun den Franzosen nicht. Jetzt zählten diese zu den Gewinnern des Zweiten Weltkrieges, kehrten zurück und bekämpften den unabhängigen vietnamesischen Staat.
Der Indochina-Krieg – der Anfang des Konflikts
Kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs begann im Jahr 1946 der Indochina-Krieg. In diesem Krieg kämpften die Vietnamesen gegen die französische Kolonialmacht, die weiterhin über das Land bestimmen wollte. Der Krieg dauerte viele Jahre und brachte großes Leid über die Menschen in Vietnam. Besonders die Bevölkerung hatte unter den Kämpfen zu leiden.
Die Schlacht von Dien Bien Phu
Im Jahr 1954 kam es zu einer entscheidenden Schlacht: der Schlacht von Dien Bien Phu. Hier wurden die französischen Truppen besiegt. Diese Niederlage war so wichtig, dass Frankreich sich schließlich aus Vietnam zurückzog.
Die Teilung Vietnams
Nach dem Krieg wurde Vietnam geteilt:
- Nordvietnam wurde kommunistisch regiert
- Südvietnam war nicht-kommunistisch und wurde von den USA unterstützt
Die Aufteilung Vietnams
Nach der Teilung Vietnams im Jahr 1954 gab es zwei Staaten: Im Norden regierte Ho Chi Minh, der die Demokratische Republik Vietnam führte. Der Norden war kommunistisch. Im Süden war Ngo Dinh Diem Präsident. Der Süden war nicht-kommunistisch und wurde von den USA unterstützt.
Der Norden erhielt Unterstützung von China und der Sowjetunion. Damit wurde Vietnam zu einem wichtigen Schauplatz im Kalten Krieg, also dem Konflikt zwischen kommunistischen und nicht-kommunistischen Staaten.
Der Ho-Chi-Minh-Pfad
Die Regierung im Norden wollte den Kommunismus auch im Süden verbreiten. Deshalb unterstützte sie die Aufständischen im Süden. Waffen, Vorräte und Kämpfer wurden über ein großes Wegenetz transportiert, das im Westen Ho-Chi-Minh-Pfad genannt wurde. Die Vietnamesen selbst nannten ihn Truong-Son-Straße.
Ein riesiges Wegenetz
Der sogenannte Pfad war kein einzelner Weg, sondern bestand aus vielen Straßen, Pfaden und Verbindungen. Er führte vom Norden in den Süden und verlief auch durch die Nachbarländer Laos und Kambodscha. Das gesamte Netz war riesig: Es hatte eine Länge von etwa 16.000 bis 20.000 Kilometern.




