Vietnams Flagge Vietnam

Was ist die Dominotheorie?

Die Dominotheorie war eine wichtige Idee während des Vietnamkriegs. Man stellte sich vor: Wenn ein Land kommunistisch wird, dann fallen die Nachbarländer wie Dominosteine nacheinander auch zum Kommunismus. Die USA hatten deshalb Angst, dass sich der Kommunismus in Südostasien immer weiter ausbreitet. Darum unterstützten sie Südvietnam im Krieg.

Die Dominotheorie spielte eine große Rolle in der Politik der USA während des Kalten Krieges. Heute weiß man, dass sich diese „Kettenreaktion“ nicht so stark entwickelt hat, wie damals befürchtet wurde.

Vietnamkrieg kurz erklärt

Warum begann der Vietnamkrieg?

Die USA schickten immer mehr Militär zur Unterstützung nach Vietnam, womit ein schrecklicher Krieg begann, der Vietnamkrieg. Hintergrund war die sogenannte Dominotheorie. Die Amerikaner hatten Angst, dass sich der Kommunismus im Süden ebenfalls ausbreiten und damit andere Länder anstecken würde. So meinten sie - oder zumindest ein Teil der amerikanischen Politiker - dass sie die Freiheit des Westens hier in Südostasien verteidigen müssten.

Der Vietnamkrieg im Kalten Krieg

Der Krieg in Vietnam fand zu einer Zeit statt, in der global der Kalte Krieg zwischen den USA und der Sowjetunion herrschte. Weil die beiden Staaten nicht auf eigenem Boden miteinander kämpften, sondern die USA den Süden und die Sowjetunion den Norden in Vietnam unterstützten, bezeichnet man den Vietnamkrieg auch als Stellvertreterkrieg.

Wer hat den Vietnamkrieg gewonnen?

Obwohl die USA militärisch stärker war, konnte dieser Krieg nicht gewonnen werden. Zum einen war der Widerstand der Vietnamesen groß, kannten sie doch ihr Land so sehr viel besser als die Amerikaner. Zum anderen regte sich in den Vereinigten Staaten selbst großer Widerstand gegen diesen Kampfeinsatz, der so viele unschuldige Menschenleben - auch amerikanischer Soldaten - kostete. Offiziell begann der Vietnamkrieg 1955 und endete 1975. 

Proteste gegen den Vietnamkrieg

Die Friedensbewegung ging auf die Straße gegen diesen Krieg. In Amerika, aber auch im Rest der Welt, wurde die Sinnlosigkeit dieses Krieges bekämpft. Am Ende gaben die Amerikaner auf und verließen das Land. Mehr als drei bis vier Millionen Bewohner Vietnams kamen in diesem Krieg um. Die Hälfte davon waren Zivilisten, darunter auch viele Frauen und Kinder. Besonders schlimm - bis heute - wirkte sich der Einsatz von Giftgas aus.

Wiedervereinigung zur Sozialistischen Republik Vietnam

1976 kam es zur Wiedervereinigung der beiden Landesteile im Norden und im Süden, die sich die Jahre zuvor so heftig bekämpft hatten.

Die kommunistische Partei übernahm die Führung der "Sozialistischen Republik Vietnam". Drei Jahre später marschierten vietnamesische Truppen gegen die "Roten Khmer" in Kambodscha ein. Erst 1989 zogen sich die Truppen wieder zurück.

Ab Ende der 1990er Jahre wurden wichtige Reformen im Bereich der Wirtschaft durchgeführt. Durch die freie Marktwirtschaft ging es dem Land besser, vor allem auch, weil die USA 1994 das Handelsembargo gegen Vietnam aufhoben. 1995 wurde Vietnam Mitglied der ASEAN-Staaten.

Die heutige vietnamesische Verfassung gilt in ihrer Version vom 15. April 1992. 2001 wurde die Verfassung noch einmal verändert. Die kommunistische Partei ordnete sich der Verfassung unter. Das ändert allerdings nichts daran, dass die Kommunistische Partei die führende Partei ist und die Opposition, also die Gegner, nichts zu sagen haben. Es gibt zwar auch andere Parteien im Ausland, doch diese verfügen über wenig Einfluss und keine Macht.

Wusstest du?

In Vietnam gibt es mehrere wichtige politische Ämter. Wenn eine Person gleich zwei davon übernimmt, hat sie besonders viel Einfluss. Das zeigt, wie wichtig Tô Lâm aktuell für die Politik des Landes ist.

Wer regiert Vietnam heute?

Vietnam wird von einer einzigen Partei regiert, der Kommunistischen Partei Vietnams. Das bedeutet: Es gibt keine freien Wahlen mit mehreren Parteien wie in Deutschland. Der wichtigste Politiker im Land ist der Generalsekretär der Partei. Dieses Amt hat derzeit Tô Lâm inne. Er gilt als mächtigster Mann im Staat, da er gleichzeitig auch noch Präsident des Landes ist. Das ist etwas Besonderes, weil normalerweise nicht immer dieselbe Person beide wichtigen Ämter gleichzeitig innehat. Es gibt auch noch einen Premierminister. 

Diese Ämter sind ebenfalls wichtig, aber die entscheidenden politischen Entscheidungen trifft die kommunistische Partei.

1 2 3
letzte Aktualisierung am 23.03.2026