Bosnien und Herzegowinas Flagge Bosnien und Herzegowina - Wirtschaft

Die wirtschaftliche Lage in Bosnien und Herzegowina

Nach den Jugoslawienkriegen musste sich die bosnische Wirtschaft erst wieder erholen. Das geschah allerdings recht schnell schon in den Folgejahren. Die Wirtschaft des Landes ist eng mit der Europas verbunden, was dem Land zu Wirtschaftswachstum verholfen hat. Doch diese Erfolge reichen noch lange nicht aus, denn Bosnien und Herzegowina ist weiterhin ein armes Land. Die Arbeitslosigkeit betrifft von 100 Menschen rund 13. Dabei handelt es sich um einen Durchschnittswert, die Jugendarbeitslosigkeit ist um einiges höher.

Das Jahr 2020 brachte für die Wirtschaft schlechte Ergebnisse. Und die Corona-Krise trug einen Teil zur schlechten Wirtschaftsleistung bei. Seit 2022 erholt sich die Wirtschaft wieder. Doch die Gründe für die problematische Lage des Landes haben sich nicht verändert. Vor allem die Abwanderung junger Arbeitskräfte stellt für das Land ein Problem dar.

Wichtige Handelspartner sind vor allem Länder der Europäischen Union, darunter Deutschland, Italien, Kroatien, Slowenien und Österreich. Auch Serbien ist ein wichtiger Handelspartner.

"Gehirnabwanderung" – was soll das sein?

Wie in vielen anderen Balkanstaaten verlassen auch in Bosnien und Herzegowina viele junge Menschen ihr Land. Manche möchten im Ausland studieren oder eine Ausbildung machen. Andere suchen dort Arbeit, weil sie zu Hause keine passende Stelle finden. Besonders für junge Menschen ist die Lage schwierig. Die Jugendarbeitslosigkeit ist weiterhin hoch. Etwa ein Drittel der jungen Menschen, die arbeiten möchten, findet keine Arbeit. Deshalb hoffen viele im Ausland auf bessere Chancen.

Diesen Prozess nennt man auf Englisch "Brain Drain". Auf Deutsch sagt man dazu manchmal „Gehirnabwanderung“. Gemeint ist: Gut ausgebildete Menschen verlassen ihr Land. Für Bosnien und Herzegowina ist das ein großes Problem. Denn gerade junge und gut ausgebildete Menschen werden gebraucht, damit sich Wirtschaft, Schulen, Krankenhäuser und Unternehmen weiterentwickeln können.

So entsteht eine Art Teufelskreis: Viele junge Menschen gehen weg, weil es zu wenige gute Arbeitsplätze gibt. Gleichzeitig wird es für das Land schwerer, neue gute Arbeitsplätze zu schaffen, wenn viele gut ausgebildete Menschen fehlen.

Welche Wirtschaftsbereiche gibt es in Bosnien-Herzegowina?

Der größte Wirtschaftsbereich in Bosnien und Herzegowina sind die Dienstleistungen. Dazu gehören zum Beispiel Handel, Verkehr, Banken, Telekommunikation, Restaurants, Hotels und andere Arbeiten, bei denen Menschen etwas für andere tun oder organisieren.

Auch die Industrie ist wichtig. In Bosnien und Herzegowina werden zum Beispiel Metallwaren, Möbel, Textilien, Schuhe, Lebensmittel und Autoteile hergestellt. Viele kleinere und mittlere Unternehmen verkaufen ihre Waren auch ins Ausland. So entstehen Arbeitsplätze.

Eine wichtige Rolle spielt außerdem die Energiebranche. Bosnien und Herzegowina erzeugt viel Strom aus Kohle und Wasserkraft. Das Land kann auch Strom ins Ausland verkaufen. Gleichzeitig muss der Energiebereich moderner und vor allem auch umweltfreundlicher werden. Denn Kohlekraftwerke verschmutzen die Luft und stoßen viel Kohlendioxid aus. Wasserkraft ist zwar erneuerbar, kann aber Flüsse und Lebensräume verändern.

Die Landwirtschaft gibt es natürlich auch. Es werden zum Beispiel Getreide, Gemüse, Obst und Wein angebaut. Außerdem halten viele Menschen Tiere. Im Vergleich zu Dienstleistungen und Industrie trägt die Landwirtschaft aber nur einen kleinen Teil zur Wirtschaftsleistung des Landes bei. Viele Höfe sind klein, und es fehlt oft an moderner Technik, guter Infrastruktur und sicheren Absatzmärkten.

Auch der Tourismus wird wichtiger. Reisende besuchen Sarajevo, Mostar, Wasserfälle, Berge, Flüsse und historische Orte. Für Bosnien und Herzegowina ist der Tourismus eine Chance, wenn er Arbeitsplätze schafft und Natur und Kultur gleichzeitig schützen kann. Vorausgesetzt man geht vorsichtig mit Natur und Kultur um.

Tourismus

Historische Städte wie Sarajevo, aber auch die schöne Natur des Landes, ziehen mehr und mehr Besucher an. Auch Wintersport ist in Bosnien und Herzegowina sehr beliebt. Aus den touristisch weiter entwickelten Nachbarländern wie zum Beispiel Kroatien kommen regelmäßig Besucher für Tagesausflüge nach Bosnien und Herzegowina. Ein Problem in Sachen Tourismus sind jedoch leider einige aus dem Krieg verbliebene Minen, die besonders in ländlichen Gebieten eine Gefahr darstellen.

letzte Aktualisierung am 24.08.2026