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Nationalpark Kellerwald-Edersee

Was ist der Unterschied zwischen einem Naturpark und einem Nationalpark?

Naturparks sind großräumige Schutzgebiete, in denen Menschen leben, arbeiten und ihre Freizeit verbringen. Felder, Wiesen, Wälder und Dörfer gehören zur Landschaft. Natur und Landschaft sollen geschützt und gleichzeitig nachhaltig genutzt werden. Deshalb spricht man manchmal von „Schutz durch Nutzung“.

In einem Nationalpark steht die natürliche Entwicklung stärker im Mittelpunkt. Auf möglichst großen Flächen soll sich die Natur ohne wirtschaftliche Nutzung entwickeln. Stirbt ein Baum oder fällt er um, bleibt das Totholz meist liegen. Es bietet Pilzen, Insekten, Vögeln und vielen anderen Lebewesen Nahrung und Schutz.

Ganz ohne menschliche Eingriffe kommt jedoch auch ein Nationalpark nicht aus. Wege müssen gesichert, Tiere und Pflanzen erforscht und manche besonderen Lebensräume gepflegt werden. Trotzdem gelten in Nationalparks strengere Regeln als in Naturparks.
 

Wo liegt der Nationalpark Kellerwald-Edersee?

Der Nationalpark Kellerwald-Edersee liegt im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg, etwa 40 Kilometer südwestlich von Kassel. Er umfasst einen Teil des nördlichen Kellerwaldes und liegt innerhalb des deutlich größeren Naturparks Kellerwald-Edersee.

Der Nationalpark wurde 2004 gegründet. Im Jahr 2020 wurde er erweitert und ist seitdem 7.688 Hektar oder 76,88 Quadratkilometer groß. Er ist der einzige Nationalpark Hessens.

Alte Buchenwälder im Nationalpark

Alte Buchenwälder prägen große Teile des Nationalparks. An steilen Hängen und schwer zugänglichen Stellen konnten sich besonders naturnahe Wälder erhalten. Dort wachsen alte Buchen und Eichen. Umgestürzte Bäume und abgestorbene Äste bleiben liegen und werden zu wertvollem Totholz.

Ein 1.467 Hektar großer Teil des Nationalparks gehört seit 2011 zum UNESCO-Weltnaturerbe. Nicht der gesamte Nationalpark besitzt diesen Titel. Das Welterbe-Teilgebiet „Kellerwald“ schützt besonders alte, große und weitgehend unzerschnittene Buchenwälder.

UNESCO-Weltnaturerbe der Buchenwälder

Das Teilgebiet im Kellerwald gehört zur internationalen Welterbestätte „Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas“. Sie umfasst heute 93 einzelne Waldgebiete in 18 europäischen Ländern. Die Wälder zeigen, wie sich die Rotbuche seit dem Ende der letzten Eiszeit in weiten Teilen Europas ausgebreitet hat. Sie konnte sehr unterschiedliche Landschaften besiedeln – von der Küste bis ins Gebirge. Die Rotbuche kommt von Natur aus nur in Europa vor.

In Deutschland gehören neben dem Kellerwald ausgewählte Buchenwälder in den Nationalparks Hainich, Jasmund und Müritz sowie im Grumsiner Forst zum Weltnaturerbe.

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letzte Aktualisierung am 09.07.2026