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Geo-Naturparks Hessen

Der Begriff „Geopark“ ist ein Prädikat - also eine Auszeichnung - für Gebiete, die über ein besonders reichhaltiges geologisches Erbe verfügen. Hier geht es ganz banal nicht nur um Pflanzen und Tiere, sondern auch um Steine und Felsen.

Geo-Naturparks in Hessen

In einem Geopark stehen die Entstehung der Landschaft, besondere Gesteine, Fossilien und andere Spuren der Erdgeschichte im Mittelpunkt. Dabei geht es aber nicht nur um Steine und Felsen. Auch Natur, Kultur und die Geschichte der Menschen gehören dazu.

Ein Geo-Naturpark verbindet die Aufgaben eines Naturparks mit der Vermittlung der Erdgeschichte. Besucherinnen und Besucher können dort zum Beispiel besondere Felsformationen, ehemalige Steinbrüche, Höhlen oder andere Geotope entdecken.

Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald

Der Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald liegt zwischen Rhein, Main und Neckar. Er erstreckt sich über Teile Hessens, Bayerns und Baden-Württembergs. Zu ihm gehören die Bergstraße, große Teile des Odenwaldes und weitere Landschaften. An der Bergstraße ist das Klima besonders mild. Deshalb blühen dort Obstbäume oft schon früh im Jahr. Im Odenwald dagegen prägen bewaldete Höhen, Täler und unterschiedliche Gesteine die Landschaft.

Der Geo-Naturpark ist rund 3.800 Quadratkilometer groß. Seit 2015 trägt er die Auszeichnung UNESCO Global Geopark. Damit würdigt die UNESCO seine besondere Erdgeschichte, die mehr als 500 Millionen Jahre zurückreicht. Der Geo-Naturpark ist jedoch kein UNESCO-Weltnaturerbe.

Zu den bekannten Ausflugszielen gehören:

  • das Felsenmeer bei Lautertal-Reichenbach
  • die Tropfsteinhöhle in Buchen-Eberstadt
  • das Naturschutzgebiet Kühkopf-Knoblochsaue
  • die Grube Messel
  • das Kloster Lorsch
  • Spuren des Odenwald-Limes

Die Grube Messel und das Kloster Lorsch sind eigene UNESCO-Welterbestätten. Sie liegen innerhalb des Geo-Naturparks, gehören aber nicht wegen des Geoparks zum UNESCO-Welterbe. Im Süden überschneidet sich der Geo-Naturpark teilweise mit dem Naturpark Neckartal-Odenwald in Baden-Württemberg. Im Osten grenzt er an den bayerischen Spessart.

Der Naturpark Bergstraße-Odenwald wurde bereits 1960 gegründet. Heute gehören Natur- und Landschaftsschutz, Umweltbildung, nachhaltiger Tourismus und die Vermittlung der Erdgeschichte zu seinen wichtigsten Aufgaben.

Lage der Geo-Naturparks in Hessen

Geo-Naturpark Frau-Holle-Land

Der Geo-Naturpark Frau-Holle-Land liegt östlich und südöstlich von Kassel. Er ist rund 1.156 Quadratkilometer groß und damit der drittgrößte Naturpark Hessens. Rund 40 Prozent seiner Fläche stehen unter besonderem Schutz.

Die Landschaft wird von Wäldern, Wiesen, Flusstälern und Mittelgebirgen geprägt. Zu den bekanntesten Gebieten gehören der Hohe Meißner, der Kaufunger Wald und das Werratal. Rund 200 Geotope geben Einblicke in mehr als 400 Millionen Jahre Erdgeschichte.

Namensgeberin ist Frau Holle. Du kennst sie vielleicht aus dem Märchen der Brüder Grimm. In Nordhessen ist Frau Holle außerdem eine alte Sagenfigur. Besonders rund um den Hohen Meißner erzählen sich die Menschen viele Geschichten über sie. Mal erscheint sie als freundliche Helferin, mal als strenge oder geheimnisvolle Gestalt. Manche Forscherinnen und Forscher vermuten allerdings, dass die Geschichten über Frau Holle auf sehr alte vorchristliche Vorstellungen zurückgehen. Eindeutig beweisen lässt sich das jedoch nicht.

Früher hieß das Gebiet Naturpark Meißner-Kaufunger Wald. Seit 2017 trägt es den Namen Geo-Naturpark Frau-Holle-Land. Der neue Name verweist auf die Märchen und Sagen der Region und ist leichter zu merken.

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letzte Aktualisierung am 09.07.2026