Deutschland - Hessen
Naturparks in Hessen - eine Übersicht
Was ist ein Naturpark?
In einem Naturpark sollen Natur und Landschaft geschützt werden. Gleichzeitig dürfen Menschen dort wohnen, arbeiten und ihre Freizeit verbringen. Deshalb gibt es Wanderwege, Radwege, Rastplätze, Lehrpfade und Angebote zur Umweltbildung.
Anders als in einem Nationalpark ist die Landschaft in einem Naturpark meist seit langer Zeit vom Menschen geprägt. Felder, Wiesen, Wälder, Dörfer und Städte gehören dazu. Die Natur soll möglichst schonend genutzt und zugleich für Tiere, Pflanzen und Menschen erhalten werden.
Naturparks werden meist von Landkreisen, Städten, Gemeinden oder besonderen Zweckverbänden getragen. Viele liegen in der Nähe größerer Städte und sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. So bieten sie den Menschen Erholung und ermöglichen Naturerlebnisse.
In Hessen gibt es 13 Naturparks. Einige davon stellen wir dir genauer vor.
Liste der Naturparks in Hessen
Naturpark Hessischer Spessart
Der Naturpark Hessischer Spessart wurde 1963 gegründet. Durch eine Erweiterung ist er heute mehr als 940 Quadratkilometer groß. Rund 60 Prozent seiner Fläche sind bewaldet. Besonders häufig wachsen dort Buchen und Eichen.
Der Spessart ist ein Mittelgebirge, das sich über Hessen und Bayern erstreckt. Zu den Flüssen der Region gehören Main, Kinzig und Sinn. Der Spessart zählt zu den großen zusammenhängenden Waldlandschaften Deutschlands. Seltene Tiere wie die Wildkatze finden dort einen Lebensraum.
Auf bayerischer Seite schließt sich der Naturpark Bayerischer Spessart an.
Naturpark Rhein-Taunus
Der Naturpark Rhein-Taunus liegt im Westen Hessens. Er umfasst Teile des Rheingau-Taunus-Kreises und der Landeshauptstadt Wiesbaden. Mit einer Fläche von rund 810 Quadratkilometern gehört er zu den größeren Naturparks Hessens. Der Naturpark liegt nahe am dicht besiedelten Rhein-Main-Gebiet und ist für viele Menschen gut erreichbar. Große Waldflächen, Bachtäler, Wiesen und Weinberge prägen seine Landschaft.
Teile von zwei UNESCO-Welterbestätten liegen im Naturpark: das Obere Mittelrheintal und der Obergermanisch-Raetische Limes.
Naturpark Hessische Rhön
Der Naturpark Hessische Rhön besteht seit 1962 und ist rund 720 Quadratkilometer groß. Er liegt im Osten Hessens an den Grenzen zu Bayern und Thüringen.
Typisch für die Rhön sind offene Bergwiesen, Weiden, Wälder und weite Ausblicke. Der Naturpark liegt größtenteils im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön. Auch auf der bayerischen Seite gibt es einen Naturpark Rhön.
Naturpark Kellerwald-Edersee
Der Naturpark Kellerwald-Edersee liegt in Nordhessen und ist rund 595 Quadratkilometer groß. Mehr als die Hälfte seiner Fläche steht unter besonderem Schutz. Wälder, Wiesen, Felder und der Edersee prägen die Landschaft.
Innerhalb des Naturparks liegt der Nationalpark Kellerwald-Edersee. Er schützt wertvolle alte Buchenwälder. Teile dieser Wälder gehören seit 2011 zur UNESCO-Welterbestätte „Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas“. Nicht der gesamte Naturpark und auch nicht der gesamte Nationalpark sind UNESCO-Welterbe.
Weitere Naturparks in Hessen
| Naturpark | Typisch für die Landschaft |
|---|---|
| Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald | Odenwald, Bergstraße, besondere Gesteine und mehr als 500 Millionen Jahre Erdgeschichte |
| Naturpark Diemelsee | Mittelgebirge, Wälder und der Diemelsee an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen |
| Geo-Naturpark Frau-Holle-Land | Hoher Meißner, Werra-Meißner-Land, Wälder und seltene Tier- und Pflanzenarten |
| Naturpark Habichtswald | Wälder, Basaltkuppen, Wiesen und Burgruinen westlich von Kassel |
| Naturpark Hessische Rhön | Offene Bergwiesen, Weiden und Wälder im Osten Hessens |
| Naturpark Hessischer Spessart | Große Buchen- und Eichenwälder im Südosten Hessens |
| Naturpark Kellerwald-Edersee | Alte Buchenwälder, Wiesen, Dörfer und der Edersee |
| Naturpark Knüll | Bewaldete Bergkuppen, Wiesentäler, Burgen und kleine Dörfer |
| Naturpark Lahn-Dill-Bergland | Bäche, tiefe Täler, Wälder und abwechslungsreiche Mittelgebirgslandschaft |
| Naturpark Reinhardswald | Alte Wälder, Hute-Eichen, Flusstäler und Kalkmagerrasen im Norden Hessens |
| Naturpark Rhein-Taunus | Taunuswälder, Bachtäler, Weinberge und Teile des Mittelrheintals |
| Naturpark Taunus | Östlicher Taunus mit Wäldern, Bergen und dem Großen Feldberg |
| Naturpark Vulkanregion Vogelsberg | Vulkanische Landschaft, Basalt, Wälder und Wiesen in Mittelhessen |
Die Daten der Tabelle stammen aus dem hessischen Geoportal.
Biosphärenreservat
Ein Biosphärenreservat ist eine Modellregion für das Zusammenleben von Mensch und Natur. Dort sollen wertvolle Landschaften und Lebensräume erhalten werden. Gleichzeitig wird erprobt, wie Landwirtschaft, Tourismus und Wirtschaft nachhaltig gestaltet werden können.
Zu den Aufgaben gehören Naturschutz, Umweltbildung, Forschung und eine nachhaltige Entwicklung der Region. Biosphärenreservate sind in verschiedene Zonen eingeteilt. In den Kernzonen darf sich die Natur möglichst ohne menschliche Eingriffe entwickeln. In anderen Bereichen leben und arbeiten Menschen.
UNESCO-Biosphärenreservat Rhön
Die Rhön ist das einzige UNESCO-Biosphärenreservat mit einem Flächenanteil in Hessen. Sie erstreckt sich außerdem über Bayern und Thüringen und ist damit länderübergreifend.
Seit 1991 ist die Rhön von der UNESCO als Biosphärenreservat anerkannt. Im Jahr 2025 wurde diese Anerkennung erneut bestätigt. Das gesamte Biosphärenreservat ist rund 2.433 Quadratkilometer groß.
Die Rhön ist eine vom Menschen geprägte Kulturlandschaft. Bergwiesen, Weiden, Wälder und Dörfer wechseln sich ab. Im Biosphärenreservat wird erprobt, wie Natur geschützt und die Region zugleich nachhaltig genutzt und weiterentwickelt werden kann.
