Benins Flagge Benin

Geschichte von Benin

Dort, wo heute Benin liegt, lebten schon in der Steinzeit Menschen, zunächst als Jäger und Sammler, später als sesshafte Bauern. Aber wie entstand hier der heutige Staat Benin? Welche Geschichte hat das Land?
 

Königreich Dahomey (ca. 1600-1900)

Um 1000 v. Chr. gab es in Westafrika einen blühenden Handel, der bis zu den Berbern in Nordafrika und sogar bis Karthago reichte. Gold, Leder und Stoffe wurden verkauft. So konnten in Westafrika mächtige Reiche entstehen.

Eines dieser Reiche in Westafrika, wenn auch eines der kleineren, war das Königreich Dahomey. Gegründet wurde es um 1600. Es entwickelte sich von der Stadt Abomey aus, die heute im südlichen Benin liegt. Dahomey umfasste schließlich ein Gebiet, das vom heutigen Ghana bis nach West-Nigeria reichte. Im Norden befand sich die Grenze etwa 150 Kilometer von der Küste entfernt, das entspricht knapp der Hälfte des heutigen Benin in der Länge.

Herrscher im Königreich Dahomey war das Volk der Fon. Die ersten Könige hießen Gangnihessou, Dakodonu und Houegbadja. Houegbadja gründete den Palast in Abomey und entwickelte eine Religion, die typisch für Dahomey wurde. Insgesamt gab es zwölf Könige. Sie waren sehr mächtig.

Durch Kriege und Eroberungen wuchs das Land. Nicht erobert werden konnte das östliche Nachbarreich Oyo (im heutigen Westen Nigerias) – im Gegenteil: ab 1730 musste Dahomey Tributzahlungen an Oyo leisten. Einmal im Jahr wurden Sklaven, Tiere, Kleidung, Waffen und Perlen an Oyo geliefert. Neben einer Männerarmee von Kriegern gab es auch Frauen-Regimenter, die Dahomey-Amazonen oder Mino.

Dahomeys Reichtum

Der Reichtum Dahomeys beruhte auf dem Sklavenhandel an der Küste. Im Hinterland raubte man Menschen und verkaufte sie. Das gleiche Schicksal drohte Kriegsgefangenen.

Als die Sklaverei nach und nach in immer mehr Ländern verboten wurde, nahm der Handel mit Palmöl ab 1840 immer weiter zu und ersetzte den Sklavenhandel als Haupteinnahmequelle.

Allerdings gab es im Land nach wie vor Sklaven: Sie wurden nun nicht nach Übersee verkauft, sondern gezwungen, auf den Plantagen zu arbeiten. Das Oyo-Reich zerfiel und ab 1823 fielen die Tributzahlungen Dahomeys an Oyo weg.
 

Benin als Kolonie

Wie an der gesamten westafrikanischen Küste machten sich die Europäer auch im heutigen Benin daran, Kolonien zu errichten. Franzosen, Briten und Portugiesen kamen zunächst als Kaufleute.

König Glélé, der von 1856 bis 1889 regierte, schloss einen Vertrag mit den Franzosen, um die Briten fernzuhalten (die schon früh den Sklavenhandel verboten hatten), und trat Frankreich ein kleines Gebiet an der Küste bei Cotonou ab.

Ab 1892 eroberten die Franzosen dann das ganze Gebiet, 1900 wurde Dahomey Teil der Kolonie Französisch-Westafrika. Der letzte König Dahomeys, Béhanzin, wurde auf die Karibikinsel Martinique deportiert.

Unabhängigkeit und Dahomey wird Benin

1958 wurde Dahomey eine autonome Republik. Am 1. August 1960 erhielt es die volle Unabhängigkeit von Frankreich. Konflikte zwischen den Völkern und eine schwierige wirtschaftliche Lage waren die Hauptprobleme des Landes. Der erste Präsident, Coutoucou Hubert Maga, regierte bald diktatorisch. Es folgten mehrere Militärputsche, zuletzt 1972 durch Mathieu Kérékou.

Mathieu Kérékou wurde neuer Herrscher und wandelte Dahomey in ein sozialistisches Land um. 1975 benannte er es um in Volksrepublik Benin. Grund war, dass der Name Benin neutral für alle im Land lebenden Völker sein sollte, während Dahomey sich auf das Volk der Fon bezog.

Der Name Benin stammt vom Königreich Benin, das allerdings auf dem Gebiet des heutigen Nigeria (im Südwesten) lag und zu dem es keine geschichtliche Verbindung oder Gebietsüberschneidung gibt.
 

Republik Benin seit 1990

1989 wurde der sozialistische Kurs beendet. Benin wurde eine Demokratie. Mathieu Kérékou blieb bis 2006 Präsident, nur unterbrochen von der Amtszeit von Präsident Soglo (1991-1996).

Von 2006 bis 2016 war Thomas Boni Yayi Präsident von Benin.

2016 folgte ihm Patrice Talon im Amt. 2021 wurde er wiedergewählt. Wichtige Oppositionspolitiker waren jedoch zur Wahl nicht zugelassen. Das galt auch bei den Parlamentswahlen 2019. Damit gilt Benin nicht mehr als eine der stabilsten Demokratien in Westafrika: Dermokratie wird abgebaut, die Pressefreiheit nimmt ab

Ein Programm, das unter Talon vorgelegt wurde, sollte vor allem die Infrastruktur des Landes verbessern. Dazu gehört auch der Bau des internationalen Flughafens Glo-Djigbé, der sich nach wie vor im Bau befindet. Im Dezember 2025 kam es zu einem Putschversuch durch Teile des Militärs, der jedoch scheiterte.

Im April 2026 fanden wieder Präsidentschaftswahlen statt. Auch hier wurde die wichtigste Oppositionspartei nicht zugelassen.Talon konnte laut Verfassung nicht erneut antreten. Sein Wunschkandidat war sein bisheriger Finanzminister Romuald Wadagni, der dann auch gewählt wurde. Schon zuvor war die Amtszeit des Präsienten von 5 auf 7 Jahre erhöht worden.

letzte Aktualisierung am 18.05.2026